Randa-Stiftungsfond / Über die Stiftung
Über den Stiftungsfond
Randa-Stiftungsfond Partner
Der Grund für die erneute Gründung des Rand-Stiftungsfonds bei dem Verein tschechischer Rechtsanwälte mündet aus der Überzeugung, dass die Tradition von Antonín Randa von einer sehr großen Bedeutung für die gegenwärtige tschechische Gesellschaft ist. Randa hat sich im Jahre 1882 in dem Reichsrat für die Wiederbelebung tschechischer Hochschullehre an der Karls-Ferdinand Universität eingesetzt. Das hat unter dem Einfluss der deutschen Seite zur Aufteilung der Universität auf einen deutschen und einen tschechischen Teil geführt, was aber nicht Randas Absicht war. Er selbst war davon überzeugt, dass Wissenschaft kosmopolitisch ist.
Die Stiftung ist ein Symbol Randas Nachlasses. Das Ziel des Stiftungsfonds war und wird immer sein, begabte Studenten zu unterstützen und einen Preis für ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeiten, die zur Weiterentwicklung tschechischer Rechswissenschaft beitragen, zu verteilen. Ursprünglich wurde der Stiftungsfond als Reaktion auf die Wirtschaftskrise im Jahre 1873 gegründet. Randas Meinung nach war der Grund dieser Krise nicht die mangelhafte Gesetzsgebung, sondern der ungenügende „natürliche Anstand“ der Gesellschaft. Randa verstand unter diesem Begriff die Schönheit, die Gerechtigkeit und das Wohl des Mitmenschen. Das Gespür für den „natürlichen Anstand“ ist nach Randas Meinung die aktuelle Botschaft, ohne die eine liberale Wirtschaft nicht funktioniert und ohne die die Universitätsausbildung mangelhaft ist.
Zweck der Stiftung
Das Ziel der Stiftung ist die Pflege um die Wissenschaft des geltenden Nationalrechts in Verbindung mit geschichtlichen Grundlagen des tschechischen Volkes und mit künftigen Zusammenhängen der Rechtsentwicklung.
Gemäβ Randa ist es notwendig denjenigen, die sich mit Recht beschäftigt haben, die Schulung des Gefühles für Gerechtigkeit zu ermöglichen. Dieses Bedürfnis ist besonders dringend bei den heranwachsenden Generationen der Juristen. Genau darin liegt der Grund, warum die Tätigkeit des Stiftungsfonds vor allem auf die Unterstützung der Rechtswissenschaftstudierenden und auf junge begabte Juristen orientiert ist.
Dieses Ziel bemüht sich die Stiftung in folgenden Formen zu erfüllen:
- Durch Mitarbeit mit dem Verein tschechischer Rechtsanwälte Všehrd, Unterstützung seiner kulturellen und Ausbildungstätigkeit, durch Unterstützung seiner Mitglieder und weiterer Studenten der Karls-Universität Prag.
- Durch die Mitarbeit mit dem schweizerischen Verein „Randa Verein“, welcher organisatorisch und finanziell das Studium tschechischer Juristen im Ausland unterstützt und andere Aktivitäten nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Rahmen der tschechischen Republik, ausübt.
- Durch die Mitarbeit mit der Einheit tschechischer Juristen und anderer juristischen Organisationen, die zur Entwicklung der Rechtswissenschaft der Rechtsanwälte nach ihrem Studium in der Praxis beibringen.
Bedeutung der Stiftung Für Die Zukunft
Das Recht ist ein Bestandteil der nationalen Kultur und als solches muss man sich um das Recht kümmern. Es ist notwendig die Werte der tschechischen Rechtsentwicklung zu bewahren, sodass sie in Konkurenz zu anderen nationalen und supranationalen Rechtssystemen bestehen.
Diesen Gründen wegen hat man die junge tschechische Juristen-Generation zu einer originellen wissenschaftlichen Arbeit zu motivieren, die mit wissenschaftlichen Arbeiten der Europa- und Weltjurisprudenz vergleichbar wäre. In den neuen gesellschaftlichen Verhältnissen kann sie mit ihrem Werk zur Bildung einer mannigfaltigen und hochwertigen Bürgergesellschaft beitragen.
Geschichtliches Hintergrund
Der Rand-Stiftungsfond gehört zu den ältesten Stiftungen in der tschechischen Republik. Er wurde im Jahre 1876 zur Zeit der Wirtschaftskrise vom Professor Antonín Randa gegründet. Das gewünschte Ziel war junge begabte Rechtswissenschaftstudenten zu unterstützen, so dass sie ihre Studien vollenden könnten. Randas Absicht war es, der fachlichen Enfaltung des Vereins der Rechtswissenschaftstudenten Všehrd behilflich zu sein. Der Stiftungsfond hat seine Tätigkeit auch nach Randas Tod im Jahr 1914 fortgesetzt. Seine Tätigkeit war durch zwei Totalitätsregime unterbrochen, welche seine Finanzmittel in Beschlag genommen haben. Nach dem Jahr 1990 hat Všehrd seine Tätigkeit erneuert. Dazu hat Randas Urenkel den Verein für die Unterstützung tschechischer Studenten in der Schweiz „Randa Verein“ gegründet.
Die Stiftungstätigkeit bei dem Verein tschechischer Rechtsanwälte Všehrd hat sich nach der Erneuerung der Vereinstätigkeit im Jahr 1990 vor allem auf Unterstützung sozial-schwächerer Studenten, auf kulturelle Všehrd-Veranstalltungen, auf Installation eines Denkmales an der juristischen Fakultät als eine Erinnerung an ehemalige Mitglieder, die für Recht, Gerechtigkeit und Freiheit gegen die totalitäre Systeme gekämpft haben, konzentriert. Auch der Rand-Stiftungsfond, der am 23.8.2001 enstanden ist, versucht in neuer Form auf die neusten geschichtlichen Ereignisse anzuknüpfen.
Der Gründer Professor Antonín Ritter Randa
Professor Randa zählt zu den bedeutenden Repräsentanten der tschechischen Rechtswissenschaft der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vor allem im Gebiet des Zivilrechts.
Prof. Antonín Randa wurde am 8. 7.1834 geboren. Er hat an der Karl-Ferdinand Universität in Prag studiert. Während seines Studiums hat er sämtliche Reisen und Aufenthalte in West-Europa unternommen. Seiner Meinung nach ist für die Bildung einer nationalen Wirtschaft der Rechtsstand und die legale Sicherung des Privatvermögens für alle Bürger am wichtigsten. Am Ende seiner Universitätsstudien hat er sich deswegen fachlich dem Zivilrecht und vor allem dem Vermögensrecht gewidmet. Mit seinen 22 Jahren absolvierte er die juristische Fakultät, zwei Jahre danach erwarb er den Titel Doktor der Rechte und in den vier folgenden Jahre war er in der gerichtlichen Praxis tätig. Schon zu dieser Zeit hat er auβergewöhnliche Fähigkeiten für wissenschaftliche Arbeit gezeigt. 1860 hat Randa an der prager Universität seine Habilitationsarbeit verteidigt.
1862 war Ant. Randa zum Sonderprofessor des Zivil-, Handels- und Wechselrechts ernannt und er hat begonnen, sich völlig der pädagogischen und wissenschaftlichen Arbeit an der Universität zu widmen. 1868 wurde er zum regulären Professor ernannt. Seine Wirkung an der Universität richtete sich neben den gewöhnlichen Pflichten eines anerkannten Pädagogen zu einer kontinuierlichen Vorbereitung der Selbständigkeit der tschechischen Universität durch Ausbildung unter zukünftigen Pädagogen. Fast alle Professoren der tschechischen Rechtsfakultät waren seine Schüler. Er war nach der Aufteilung der prager Universität sogar ihr zweiter Rektor (1883), zweimal war er zum Dekan der tschechischen Rechtsfakultät ernannt. Im Jahre 1898 wurde Prof. Randa vom Regierenden in den Ritterstand befördert. Seine wissenschaftliche Wirkung wurde mit der Mitgliedschaft in der I. Klasse der tschechischen Akademie für Wissenschaft, Schrifttum und Kunst bewertet, deren Präsident er seit 1908 war. In den Jahren 1904 - 1906 wurde er zum Minister in der tschechischen Regierung. Seit 1908 war Randa Vorsitzender des Verwaltungsrates des Hlávka-Stiftungsfonds, diese Tätigkeit hat erst sein Tod am 6. Oktober 1914 abgebrochen.

