Über uns

Verein der tschechischen Rechtsanwälte Všehrd ist der älteste tschechische Rechtsverein in der Tschechischen Republik und er zählt zu den ältesten Vereinen in unserer Republik überhaupt. Die Mehrheit der Vereinmitglieder und seiner Leitung bilden die Studenten. Zwischen unseren Ehrenmitgliedern befinden sich aber auch solche Persönlichkeiten, wie z. B. Prof. Václav Klaus, Präsident der Tschechischen Republik, oder Prof. Roger Scruton, englischer Politologe und andere bedeutende Persönlichkeiten der Rechts- und Gesellschaftslebens überhaupt.

Zu unseren Aktivitäten zählen vor allem Veranstaltungen von Vorlesungen und anderen Bildungsprogrammen. Wir sind überwiegend an der juristischen Fakultät der Karls-Universität tätig, wo sich auch unser Sitz befindet. Wir bemühen uns, allen Studenten – also nicht nur den Mitgliedern – eine Plattform zu bieten, an der sie ihre Projekte weiterentwickeln können. Wir sind ein gut abgestimmtes Team und begrüßen alle Ideen, die das Studentenleben interessanter gestallten könnten. Jeden Tag begegnen wir uns mit großartigen Projekten, die aber einen einzigen Mangel haben: es ist sehr kompliziert sie ohne Kenntnis der Umgebung, Kontakte und Mitarbeiter zu realisieren. Genau dies ist die Grundidee unseres Vereins: die Kenntnisse und Kontakte zu gewähren und bei der Realisation solcher Projekte zu helfen.

Neben den Bildungsaktivitäten veranstalten wir verschiedene Studentenpartys und Sporttage. Bekannt ist auch die ganz traditionelle Feier am Nikolaustag mit Glühwein, die jedes Jahr im „Schwimmbecken“ der juristischen Fakultät stattfindet. Weiter ist es der Repräsentationsball juristischer Fakultät der Karls-Universität und des Vereins der tschechischen Rechtsanwälte Všehrd. Der Verein publiziert die Internet-Zeitung „Všehrd-online“ mit eigenem ISSN und er ist der Gründer vom Rand-Stiftungsfond des Vereins tschechischer Rechtsanwälte Všehrd, welcher die sozial-schwächere Studenten bei ihrem Studium an der juristischen Fakultät der Karls-Universität unterstützt.

Unsere Mitglieder haben dank Všehrd eine einmalige Gelegenheit, Erfahrungen in solchen Bereichen zu gewinnen, die man alleine kaum eindringen kann. Sie können sich mit interessanten Persönlichkeiten des Rechtlebens kennenlernen und sie haben auch die Möglichkeit, sich an einem gewissen Mehrwert, der aus dem Studentenleben das ausmacht, was es wirklich ist, zu beteiligen.

Geschichte

An dieser Stelle versuchen wir die Geschichte des Vereins Všehrd darzustellen. Undzwar stellen wir sowohl die Momente seines Ruhms (als er unter der Führung bedeutender Persönlichkeiten ein sichtbarer und anerkannter Bestandteil der tschechischen Gesellschaft war), als auch die Zeitpunkte, wenn man den Verein zur Zeit des Streites um Recht und Gerechtigkeit als eine ungemütliche Zusammenkunft von freidenkenden Individuen nach und nach liquidiert hatte, dar.

Die Entspannung, die in der Gesellschaft nach dem Fall des Bach-Absolutismus stattfand, hat man auch bei den Studenten der juristischen Fakultät der Karls-Universität gespürt. Damals hatten Jurastudenten kein Recht ihre Muttersprache zu studieren, aber die Sucht nach solcher Möglichkeit war immernoch vorhanden. Aus dieser Sucht entstand auch die Idee zur Gründung unseres Vereins. Bereits während des Jahres 1867 traf sich die Studentengesellschaft, unter Führung von JUC. Afréd Hrdlička, im Gasthaus „U Fáfů“. Am Anfang vergnügten sie sich mit dem Gesang und leidenschaftlichen Diskussionen über Recht in der Muttesprache, später fing man auch mit den ersten Vorlesungen an.

Für die Entwicklung der Vereinigung war seine gesetzliche Festsetzung unbedingt nötig. Diese Gelegenheit fand nach dem 15.2.1867 statt, als das Koalitionsgesetz erlassen wurde. Am 21.1.1868 hat man ein Zusammentreffen von den Rechtsanwälten in den Raum des akademischen Leservereines einberufen. An diesem Treffen wurde die erste Satzung vorgelegt. Diese fand aber kein Verständnis von k. k. Statthalterei und beim nächsten Treffen am 4.3.1868 hat man eine neue Satzung abgestimmt. K. k. Statthalterei hat mit ihrem Erlass Nr. 17455 vom 11.4.1868 die Gründung des Vereins nicht verboten. Damit stand zu dieser Zeit nichts mehr im Weg zu einer Einberufung von der Gründungsvollversammlung. Diese fand statt am 6.5.1868 um 19 Uhr im Gasthaus „U Fáfů“. Zum ersten Vorsitzender wurde JUC. Alfréd Hrdlička gewählt und zu seinem Vertreter dann Jaroslav Čelakovský.

Die Gründung des Vereins hat bei den Studenten eine starke Reaktion hervorgerufen - bereits das erste Jahr hat die Anzahl der Mitglieder die Nummer 151 erreicht.

Die Anfänge der Publikationstätigkeit waren mehr als verspechend. Begonnen hat der Verein im Jahre 1871 mit dem Werk von Viktorin Kornel ze Všehrd „O právech, o sudiech i o dskách země české knihy devatery“, weiter folgten zwischen den Jahren 1873-1875 die hervorragende Werke von Koldín. Im Jahre 1896 begann Všehrd mit einer neuen Form seiner Editionstätigkeit – Publikation von Lithografien – sehr wichtigen Lernhilfsmitteln. Bereits 1905 hatte Všehrd an der Fakultät praktisch einen Monopol auf Edition seiner Zeitung. Weil die Hauptversammlung 1906 abgestimmt hat, dass die Lithografien seitdem nur an die Vereinmitglieder veräußert werden, ist die Nummer der Mitglieder so gestiegen, wie es sich seitdem nie wiederholt hat. Mit dem Kostenzuwachs ist auch der Umsatz gewachsen und die Lithografienpublikation wurde schnell zu einem wichtigen Einkommen des Vereins. Zum Beispiel nur im Jahre 1912 waren 123 Werke publiziert! Aus einem Verein, der zu seinem Beginn arm an Studenten war, wird am Anfang des Jahrhunderts ein immer mehr reicherer Verein, der am Ende der ersten Republik schon seine Aktiva in Schuldscheinen, Hypothekenpfandbriefen und Aktien gehalten hat.

Von den berühmten Persönlichkeiten, die auch Mitglieder des Vereins Všehrd waren, sind z. B. Albín Bráf, Jaroslav Preis und Alois Rašín zu erwähnen.

Nach dem zweiten Weltkrieg hat sich die Tätigkeit des Vereins nach und nach erneuert, jedoch wurde sie durch die Ereignisse im Jahr 1948 beendigt, als Všehrd durch den Aktionsauschuss aufgelöst wurde.

Die Erneuerung seiner Tätigkeit war erst nach der Änderung des politischen Klimas im Dezember 1989 möglich. 1990 hat man den Verein im Sinne des neuen Gesetzes über Bürgervereinigung neugegründet. Auf der Gründungsvollvesammlung hat er sich zu einer Kontinuität mit dem Verein Všehrd, der vor dem Weltkrieg tätig war, angemeldet. Damit ist sowohl die Ideenkontinuität, als auch die Kontinuität an der institutionalen Basis gemeint. Das heisst, dass man zu Ehrenmitgliedern auch die Ehrenmitglieder vom 1868-1984 wiederernannt hat und dass man eine neue Satzung abgestimmt hat, die anhand der originellen Satzung konstruiert war.

Zum ersten Vertreter war Mgr. Igo Volný ernannt. Man hat in Vielem an die Tätigkeit vor dem Jahr 1948 angeknüpft: Man hat wieder mit der Zeitschrift-Edition angefangen, im Jahre 1991 hat man die Traditon der Veranstaltung von Gesellschaftsveranstaltungen – Jubiläumsbällen erneut und edeutend war auch die Wiederbelebung der Vorlesungstätigkeit. Dazu hat man später nach und nach weitere Bildungsprogramme, gesellschaftlich kulturelle Veranstaltungen, Sport- und Editionstätigkeit und weitere Aktivitäten addiert.

Zu Vertreter waren seit 1990: Igor Volný, Petr Polák, Ján Lučan, Jan Matějíček, Milan Fritz, Daniel Rinke, Ivo Jelínek a Ondřej Kolín ernannt.

Zu Ehrenmeigliedern des Vereins gehören heutzutage: JUDr. Dagmar Burešová, Dr. Ladislav Feierabend (in memoriam), Prof. JUDr. Dušan Hendrych, Csc., Dr. Jaroslav Hrubý, Ing. Tomáš Ježek, Prof. Ing. Václav Klaus, Csc., JUDr. Zdeněk Kessler (in memoriam), Prof. JUDr. Karel Knap (in memoriam), Prof. Dr. Jan S. Kruliš-Randa, Dr.h.c., JUDr. Otakar Motejl, JUDr. Emil Ransdorf (in memoriam), Prof. Roger Scruton, JUDr. Jindřich Smolek, Pavel Tigrid, Dr.h.c. (in memoriam), Ing. Josef Tošovský, Prof. JUDr. Valentin Urfus, Prof. JUDr. František Vencovský, Dr. Fred. A. Zapletal.